Endstand: SSG Humboldt - Berliner Brauereien 5:1 (2:1)
Härtel | ||||||
v. Bock | Seidel | Halbich | ||||
Möller | ||||||
Merbeth | Dümmel | Humpert | ||||
Hufeland | Liesener | Luzius |
Aus-/Einwechslungen:
45. Wiesener für Liesener
85. Neumerkel für Dümmel
0:1 (10.) | Ball in der eigenen Hälfte verstolpert und dem Gegner vorgelegt. |
1:1 (30., Hufeland) | Kopfball aus 7 Meter nach Ecke |
2:1 (40., Liesener) | Schienbein aus 7 Meter nach Ecke |
3:1 (55., Dümmel) | Solo von der eigenen Hälfte und Doppelpaß mit Humpert |
4:1 (70., Luzius) | 2. Flanke nach Ecke am 5-Meter-Raum an Kopf und linken Fuß bekommen |
5:1 (88., Neumerkel) | Abstauber am langen Pfosten (Fußspitze schneller als Torwart, 2. Ballberührung) |
Brauereien hatte in den vorangegangenen Spielen recht hohe Niederlagen einstecken müssen, hier waren also 3 Punkte das Ziel. Humboldt begann mit einer offensiven Anfangsformation auf dem Kunstrasen an der Paul-Heyse-Straße. Bevor sich Brauereien darauf eingestellt hatte, hatte Humboldt bereits zwei Ecken herausgeholt und durch Luzius das erste Tor erzielt, das allerdings (zu recht) wegen Abseits nicht gewertet wurde.
Danach kam auch unser Gegner mal an den Ball. Dessen Taktik im Angriff bestand im wesentlichen in einem Paß auf den gut den Ball behauptenden Gegenspieler von Halbich. Dieser versuchte sich dann vorbeizuwursteln, was auch zum Teil gelang. Allerdings hatte er dann bereits den nächsten Spieler von Humboldt vor sich, und der restliche Sturm war meist nicht sonderlich anspielbar. Gefährlich wurde es eigentlich nur, wenn Humboldt sich einen gravierenden Schnitzer leistete, was gar nicht so selten vorkam. Möller verlor nach Balleroberung diesen gelegentlich sofort wieder, oder man war sich nicht einig, wer da vollkommen unbedrängt den Ball nun nehmen sollte, und spielte ihn schlußendlich noch dem Gegner vor die Füße. So entstand auch das erste Tor nach gegnerischem Einwurf, nach einigen Abprallern erreicht der Ball einen Spieler von Brauereien im Strafraum, der nur noch den Fuß hinhalten mußte.
Doch davon ließ sich Humboldt nicht beirren. Dümmel war die gesuchte Anspielstation im Mittelfeld und konnte den Ball auch gegen bis zu drei Gegenspieler gut behaupten. Mit ein wenig Glück erreicht der Ball von dort einen der beiden Außenläufer oder direkt einen der drei Stürmer. Humboldt vergab in der Folgezeit mehrere gute Chancen am gegnerischen Strafraum (Liesener, Luzius; Flanke von Merbeth), zum Teil durch doch recht offensichtliche technische Mängel. Hinzu kam noch, daß ein klares Foul an Merbeth im Strafraum vom Schiedsrichter nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde. So behielt Brauereien recht lange die Führung.
Schließlich erzielte Humboldt dann aber doch den Ausgleich. Eine der zahlreichen Ecken nickte Hufeland aus Nahdistanz sauber in den gegnerischen Kasten. Kurze Zeit später traf Liesener nach einem Pfosten-Abpraller von Humpert aus 4 Metern weder Ball noch Tor richtig. Dafür versenkte er kurz darauf per Schienbein eine fast identische Ecke zum 2:1. Das war auch der Halbzeitstand, rechtzeitig wegen eines beginnenden Schauers abgepfiffen.
Auch in der zweiten Hälfte blieb Humboldt die spielbestimmende Mannschaft. Von Bock und Möller hatten die Positionen getauscht, da Möller mit dem zentralen Gegenspieler doch größere Probleme hatte. Wiesener kam für Liesener im zentralen Mittelfeld ins Spiel, von Bock rückte dafür auf die rechte und Hufeland in die zentrale Stürmerposition. Dümmel war es 10 Minuten nach Wiederanpfiff vergönnt, die Führung auszubauen. Nach Solo aus der eigenen Hälfte und Abspiel am Strafraum zu Humpert erlief er auch noch den Paß in den Strafraum und versenkte mit Pieke und Torwart am kurzen Pfosten. Anschließende Wiederbelebungsversuche im Sauerstoffzelt waren erfolgreich.
Halbich schaltete sich auf der linken Seite verstärkt in den Angriff ein und hatte auch ein paarmal in der Mitte freie Bahn (einschließlich Pfostenschuß). Auf der rechten Seite gab es ein wechselhaftes Bild, sowohl Merbeth als auch von Bock blieben doch häufiger am Gegenspieler hängen und ermöglichten Brauereien den einen oder anderen Konter. Wiesener war in der Mitte gelegentlich frei und anspielbar, allerdings technisch sehr unsicher, so daß hier die potentiellen Möglichkeiten nicht genutzt werden konnten.
In der Schlußviertelstunde machte Humboldt schließlich alles klar. Zunächst verwandelte Luzius eine Flanke von links in eine eigene Kopfballvorlage und anschließend das Tor. Hufeland hatte mehrere Chancen am Strafraum, war aber häufig einen Tick zu langsam für den Abschluß. Eine 100%ige Chance nach Paß in den Strafraum konnte er leider nicht nutzen, da Wiesener aus Abseitsposition sich Richtung Ball bewegte. Den Endstand erzielte der kurz zuvor für Dümmel eingewechselte Neumerkel mit der zweiten Ballberührung und dem berüchtigten Torriecher am langen Pfosten.
Fazit: Brauereien war verglichen mit den vorangegangenen Ergebnissen ein stärkerer Gegner als erwartet, konnte aber Humboldt nicht das Wasser reichen. Insbesondere in der Spielübersicht war Humboldt klar besser und nahm verdient drei Punkte mit nach Hause. Im Sturm haperte es teilweise bei der Ballannahme, im Mittelfeld wurde sich noch zuwenig angeboten, andererseits aber auch das Spiel nicht durch Rückpaß beruhigt. Gelegentliche Lücken in der Abwehr wurden meist schnell wieder gestopft, von einem stärkeren Gegner dürften solche Schwächen aber gnadenlos ausgenutzt werden. Torgefährlichste Mannschaft heute war auf beiden Seiten Humboldt.